Knoten platzte im Kellerduell
Hinrunde des SV Blau Weiß Polz 2011/12 -
SVZ vom 10.02.2012
Auch für die Landesliga-Fußballer des SV Blau-Weiß Polz
hat die Vorbereitung auf die Rückrunde begonnen. Die
Mannschaft steigt mit dem guten Gefühl wieder ein, sich mit
drei Siegen in Folge in die Winterpause verabschiedet zu
haben. Diese kleine Serie war allerdings auch bitter nötig.
Denn über weite Strecken lief es in der Hinrunde alles
andere als wunschgemäß.
Nach ohnehin schon holprigem Start rutschte man durch einen
Negativlauf von fünf verlorenen Spielen hintereinander in
den Tabellenkeller. Der Tiefpunkt war am 9. Spieltag
erreicht. Nach dem 0:1 bei Aufsteiger Parchimer FC fanden
sich die Polzer auf dem letzten Tabellenplatz wieder.
"Vielleicht war dieser Schock genau der letzte Anschub,
den der ein oder andere gebraucht hat", mutmaßt
Mannschaftsbetreuer Alf Bußacker, warum es von da an
leistungsmäßig doch stetig aufwärts zu gehen schien und
sich die Blau-Weißen so zumindest aus dem größten
Schlamassel herausziehen konnten.
Wobei im Polzer Lager niemand ein Hehl daraus macht, dass 18
Punkte und ein zehnter Platz ganz sicher nicht den eigenen
Vorstellungen entsprechen. "Wir haben den Abgang von
vier Stammspielern nicht wie erhofft verkraftet, die Zugänge
aus der zweiten Mannschaft brauchten verständlicherweise
ihre Zeit, zudem sind unsere beiden Torhüter nacheinander
verletzungsbedingt ausgefallen", gibt es aus Sicht von
Alf Bußacker durchaus objektive Gründe für die sehr mäßige
erste Halbserie. Verstärkt wurde die allgemeine
Verunsicherung durch einige wirklich indiskutable Auftritte:
"Heimniederlagen, wie die gegen Gadebusch oder Groß
Stieten haben am Selbstvertrauen genagt, da war keiner, der
den nötigen Elan und Biss gezeigt hat."
Während die Polzer mit 28 geschossenen Toren offensiv sehr
ordentlich dastehen, sieht es defensiv schon fast
traditionell düster aus. 29 Gegentreffer sind im
Ligavergleich der drittschlechteste Wert. "Zum einen
mussten wir in der Abwehr dauernd umstellen, zum anderen war
es unser großes Manko, dass nach zwei Gegentoren die Köpfe
ganz schnell nach unten gingen. Da fehlte es dann am Biss,
noch Schlimmeres abwenden zu wollen." Böse
individuelle Schnitzer taten ein übriges, und so gerieten
die Polzer sowohl in Boizenburg (1:6), als auch bei der SpVg
Cambs/Leezen (3:6) zur "Schießbude".
Dass die Mannschaft die Kurve kriegte, führen die
Verantwortlichen neben dem bereits erwähnten
psychologischen Moment ("Ach du Sch…, jetzt sind wir
tatsächlich Letzter") maßgeblich auf die Tatsache zurück,
dass sich zum Ende der Hinrunde eine gewisse personelle
Stabilität einstellte. Trainer Roland Meyer betont in
diesem Zusammenhang die Tatsache, dass er da verstärkt auf
seinen "Leitwolf" zurückgreifen konnte. Diese
Rolle nimmt ganz ohne Zweifel und ohne jegliche
"Heldenverehrung" Thilo Wilkens ein. Der
Mannschaftskapitän besitzt die intern anerkannte Autorität,
auch einmal laut werden zu dürfen, trieb an und riss mit.
Außerdem genießt er bei der Konkurrenz einen Stand, der
seinen Nebenleuten mehr Freiräume gibt.
Auf das nötige Quäntchen Glück des Tüchtigen konnte man
ebenfalls bauen. Nachdem schon das 2:2 gegen den Schweriner
SC und der Pokalauftritt gegen den Verbandsligisten FC Schönberg
trotz der 0:2-Niederlage einen fußballerischen Aufwärtstrend
erkennen ließen, kam das Kellerduell beim Neumühler SV
genau zum richtigen Zeitpunkt. Der 6:1-Kantersieg gab
sichtbar Auftrieb. Und die Blau-Weißen schafften es, aus
diesem "Wir-können-es-ja-doch" mehr zu machen.
Das gewachsene Selbstvertrauen bekam sowohl der starke
Aufsteiger SG Roggendorf (2:0), als auch der zu den
positiven Überraschungen zählende Hagenower SV beim
3:1-Auswärtssieg zu spüren.
Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass die
Winterpause aus Polzer Sicht zum falschen Zeitpunkt kam:
"Wir hoffen aber, verletzungsfrei durch die
Vorbereitung zu kommen und diesen Schwung dann nahtlos
wieder aufnehmen zu können. In Bestbesetzung brauchen wir
kein Landesligateam zu fürchten." Wie könnte man wohl
eine bessere Bestätigung der eigenen Qualitäten abliefern,
als gegen den Spitzenreiter. Mit keinem geringeren hat man
sich zum Rückrundenauftakt zu messen. Am 3. März wird der
Lübzer SV im Waldstadion zu Gast sein.
Testspiele Blau-Weiß Polz
11. Februar, 14 Uhr: Einheit Perleberg - BW Polz
(Kunstrasen); 18. Februar, 15 Uhr: Malchower SV II - BW Polz;
24. Februar: BW Polz - SVF Neustadt-Glewe (Ort und Zeit noch
offen); 25. Februar, 15 Uhr: BW Polz - MTV Dannenberg
Spielplan Vorbereitung 1. Mannschaft
Dienstag,
31.01.2012
Trainingsbeginn
Sonnabend,
4.02.12 14:00 Uhr
BW Polz
– Fortschritt Neustadt-Glewe - abgesagt!
Sonnabend,
11.02.2012 14:00
Uhr
Einheit
Perleberg – BW Polz 2:2
Sonnabend,
18.02.12 15:00
Uhr
Malchower
SV II - BW Polz
24.02.2012
– 26.02.2012
Trainingslager
in Schwerin
25.02.12
16:15 Uhr
BW
Polz – MTV Dannenberg
in Plate
Sonnabend,
03.03.2012 15:00
Uhr 1. Punktspiel
BW
Polz – Lübzer SV
Landesliga West Saison 2011/12 1. Halbserie
Saisonbilanz SV Blau Weiß Polz
Spiele 13
Heim 6 Ausw. 7
gewonnen 5
3 2
unentsch 1
1
0
verloren 7
2
5
Punkte 16
10
6
Tore 28:29
13:09 15:20
Torschützen:
Thilo Wilkens
9
Benny Jerichow
5
John Mäder
4
Enrico Knaack
3
Ronny Schult
2
Daniel Hoppe 1
Maik Trinowitz
1
Marco Ranft
1
Eigentore
2
Von
Polzern mit englischen Wurzeln
- Blau-Weiß holt beim
Budenzauber 2012 in Dannenberg den 2. Platz -
Fußball
ist ein toller Sport, der wirklich uneingeschränkt
weiterempfohlen werden kann. Er ist emotionsgeladen und
verbindet Menschen, die sonst eigentlich recht wenig
miteinander zu tun haben, wie – einmal mehr – vom
BreePoWitzer Sportverein am ersten Wochenende des
Weltuntergangsjahres 2012 beim alljährlichen Budenzauber in
Dannenberg eindrucksvoll unter Beweis gestellt wurde. Fußball
kann aber auch ein extrem hässliches Ding sein, weil er Dir
immer wieder vor Augen führt, wie nah Freud und Leid
beieinander liegen können. Eben führst Du im Neunmeterschießen
des Finales noch mit 2:0 und hast Deine Wichsgriffel schon am
verdammten Pott, um ihn dann kurze Zeit später wieder
entrissen zu bekommen. Scheiße! Kurva! Oder wie auch immer...
Blau-Weiß geht ob des starken Teilnehmerfeldes mit doch recht
gemischten Gefühlen an den Start. Mit Stefan Dröge im Tor,
der in der Halle als vorzüglich mitspielender Torwart gilt,
und Sascha Meyer hatte man zwar zwei „Debütanten“ am
Start, aber ebenso auch die geballte Erfahrung eines Thilo
Wilkens und eines Oliver Möllers an Bord. Das erste Spiel sah
ein Aufeinandertreffen gegen Treubund Lüneburg vor, das –
Oh Wunder! – doch tatsächlich mit 3:1 gewonnen wurde.
Auftaktspiele bei Hallenturniere und der SV Blau-Weiß Polz
sind nomalerweise zwei Dinge, die man eigentlich nur sehr
schwer in einen sinnvollen Zusammenhang bekommt. Aber dieses
Mal sollte es halt ein wenig anders kommen. Zudem währte die
Freude eh nicht lange, da das zweite Gruppenspiel völlig unnötig
mit gleichem Ergebnis an den FC Eintracht Schwerin abgeschenkt
wurde. Der alte Bekannte aus glorreichen Verbandsligazeiten führte
sich mal wieder als Spielverderber auf und spuckte einem so
richtig in die Suppe. Drinnen-Trainer Alf Bußacker verstand
dies jedoch als einen Dämpfer zur richtigen Zeit. Denn nun
war jedem klar, dass die letzten beiden Spiele gewonnen werden
mussten. Aber was soll’s . . . unter Druck lässt es sich ja
für gewöhnlich besser arbeiten. Nachdem man sich also
berappelt und einen Spieler „aussortiert“ hatte, ging es
wieder bergauf. Im dritten Gruppenspiel fegte man die TuS
Woltersdorf mit 5:0 vom Parkett und löste deren Heimticket.
Endlich nahm nun auch Kapitän Wilkens, der sich in den ersten
beiden Spielen toretechnisch vornehmlich zurücknahm, am
Spielgeschehen teil. So kam es dann zum Showdown gegen den
Gastgeber MTV Dannenberg. Der konnte aus seinem Heimvorteil
allerdings kein Kapital schlagen. Da halfen auch die aus dem
Nachbarland stammenden Sikorski und Andruszko, die Blau-Weiß
aus Verbandsligazeiten ebenso noch bestens bekannt waren,
herzlich wenig.
Im darauffolgenden Halbfinale wartete mit dem VfL Breese/Langendorf
nicht nur der Gruppensieger der Staffel A, sondern eben auch
jener Verein, zu dem man schon länger ein mehr als
freundschaftliches Verhältnis pflegt. Diese Spiele sind
eigentlich viel zu schade, um als Halbfinale verbraten zu
werden. Mittlerweile hatte sich die Halle nämlich merklich
mit Anhängern der FG BreeWitz gefüllt und sorgte für beste
Stimmung. Für beide Mannschaften wohlgemerkt! Und so war das
Spiel dann wieder mal wie ein Aufeinandertreffen zweier
Geschwister für die es nur einen Lolli gab. „Nimm Du
ihn!“, „Nein, nimm Du ihn! Ich hab Dich doch so lieb!“.
So war es auch nicht wirklich verwunderlich, dass es nach 13
Minuten noch immer 0:0 stand und das Spiel erst 5 Sekunden vor
Schluss durch einen Konter entschieden wurde. Der VfL wollte
das Spiel in der regulären Spielzeit entscheiden und warf
kurz vor Schluss in Unterzahl alles nach vorne und stand
hinten völlig „blank“. Über den Umweg Stefan Dröge kam
der Ball dann zu Enrico Knaack, der sich plötzlich zusammen
mit Thilo Wilkens auf’s VfL-Tor zulaufen sah. Ersterer
stolperte den Ball zu Zweiterem. Zweiterer bugsierte den Ball
irgendwie ins Tor und erstmals seit Ewigkeiten hieß es für
Blau-Weiß mal wieder: Finaaaaalöööö!
In diesem bat der polnische Sechstligist FC Pom. Przybiernow
zum Tanz. Da das einfach viel zu kompliziert zu schreiben ist
und der Verein außer dem „Bier“ im Namen sonst recht
wenig Sympathisches an sich hat, einigen wir uns hier auf den
FC Kurva. Der FC Kurva hatte sich bis zum Finale recht locker
durchgezockt und
ließ Eintracht Schwerin im Halbfinale mit 4:0 nicht den Hauch
einer Chance. Und während sich auf Polzer Seite schon das ein
oder andere Wehwehchen eingestellt hatte, wirkten die
kurvanischen Spieler noch blutfrisch. Als hätte man gerade
erst angefangen zu spielen. Die polnische Führung ließ dann
auch nicht lange auf sich warten und wurde per Neumann-Dröge-Doppeltunnel
schon in der ersten Minute erzielt. Das konnte ja heiter
werden. Aber Blau-Weiß wäre nicht Blau-Weiß, wenn man nicht
wenigstens versuchen würde zu antworten. Angetrieben durch
die Ein-Mann-Armee Thilo Wilkens sollte dann auch tatsächlich
nicht nur der Ausgleich sondern auch das Tor zur Führung
folgen. Die Halle stand aber wirklich nur kurz Kopf, weil Polz
in der Lage war, prompt das gute, alte und vor allem falsche
Gesicht zu zeigen. Das 2:2 war einfach nur dumm und fiel in
einem Moment des kollektiven Tiefschlafes. Aber der FC Kurva
merkte jetzt, dass hier ein ernstzunehmender Gegner auf dem
Feld stand und bemühte sich vor allem um die Defensive. So
schloss man einen Nichtangriffspakt, der die Verlängerung überdauerte
und das Neunmeterschießen zur Folge hatte. Von den
Anstrengungen stark gezeichnet stritt man sich im Polzer Lager
förmlich um die Funktion des Nichtschützen. Schließlich
fiel die Wahl auf Cäpt’n Wilkens, Enrico Knaack und Marco
Ranft. Nachdem Kurva den ersten 9er neben das Tor semmelte und
Wilkens und Knaack sicher verwandelten, war das Ding
eigentlich schon gegessen. Marco hätte „nur“ noch treffen
müssen. Letztlich entdeckte er den Engländer in sich und
schoss den liegenden Keeper an. Das Unheil nahm damit seinen
Lauf: Micha Jenrich – scheinbar ebenfalls mit englischem
Blut bestückt – versagten die Nerven, Kurva traf glücklich
und siegte doch noch. Die großzügige Siegprämie von 500,-
€ wurde innerhalb weniger Sekunden halbiert. Aber was
soll’s . . . scheiß doch drauf! Man hatte ein super und
irgendwo doch recht unerwartetes Turnier gespielt und stellte
zudem immerhin den besten Spieler. Kapitän Thilo Wilkens
hatte es mal wieder allen gegeben . . . aber so richtig! 34?!
Pfffff . . . für jemanden, der weiß, wo der Frosch die
Locken hat, ist das doch kein Alter! Zumindest nicht bis zum
Aufwachen am Morgen danach, gelle Thilo?! Außerdem zeigte
sich eben jetzt mal wieder die Besonderheit des BreePoWitzer
Sportvereins. Der kann sich selbst eben nämlich auch in
Niederlagen feiern. Während es recht schnell ruhig um die
polnischen Mannen wurde, versammelte sich der Rest vor dem
BreePoWitzer Block zum üblichen UFFTA. Nachdem der erste
Versuch ein echter Rohrkrepierer wurde, ergriff Dirk „Tyrannosaurus
Rex“in das Megaphon und brachte die Meute zum Springen.
Anschließend traf man sich wie üblich zur Aftershow-Party in
der VIP-Lounge des VfL Breese/Langendorf und wertete das
Turnier bei Wein, Weib und vor allem Gesang aus. Ein Schlager
jagte den nächsten. Ronny Jung, der Pavarotti unter den Fußballern,
erzählte den gespannten Zuhörern nochmal die Geschichte vom
Hund, der in die Küche kam. Allein bei der „Bernhardiner“-Stelle
stellen sich einem die Haare auf und man stammelt insgeheim
die Telefonnummer des ortsansässigen Hausexorzisten vor sich
hin. Die „Böööhörnadiiiiienööö!!!“. Was wären er
und Alex „Roger Whittaker“ Köhn für ein prächtiges Duo
gewesen?! Nachts um eins wurde man dann freundlich aus der
Halle gebeten, um sich bei der letzten noch offenen Lokalität
zu treffen: der Szene-Kneipe „Hannoveraner“, wo man die
Nacht gegen vier Uhr früh ausklingen ließ. Irgendwann fällt
man dann ins Bett. Aber statt zu schlafen, ist da immer dieser
Ohrwurm . . . „BreePoWitzer Sportvereeeeein . . . wir werden
immer bei Dir seeeeein!“.
P.S.:
Schöne Grüße an die, die nicht da waren!
Enrico
Knaack
(Der
Inhalt dieser Geschichte ist frei nacherzählt. Zufällige
Parallelen mit realen Personen und Namen sind wirklich rein
zufällig. Ungereimtheiten und Falschaussagen liegen irischer
Cola zu grunde. Und, ach ja: Selbst Chuck Norris findet
BreePoWitz geil!)